
Schießstände des Ersten Garderegiments zu Fuß
Schießausbildung beim Ersten Garderegiment zu Fuß, Regimentsgeschichte.
I. Waffentechnik und Ausbildung
Über die Bewaffnung beim 1806 neu entstehenden Garde-Depot schreibt die
Regimentsgeschichte: "Auch in Betreff der Bewaffnung waren bei Bildung der
Stamm-Abtheilung im November 1806 in Graudenz nur die, aus dem October ejusd.
a. aufgelösten 4 Bataillonen Fußgarden, hervorgegangenen Commandirten und
Reconvalescenten und die dem Stamm einverleibten Unrangirten, übereinstimmend
mit solchen Gewehren und Säbeln versehen, wie sie ihre Bataillone beim
Ausmarsch im September genannten Jahres trugen, nämlich Gewehre: Schwarze
gerade Schäfte, gewöhnliche Röhre mit kleinem Caliber, Feuerschloß, langes
schwaches Bajonett und cylinderförmigen Ladestock. Das ganze Gewehr war mit
Riemen zwischen 9 und 10 Pfund schwer. - Mit weiterem Zuwachs an Mannschaften
wurde auch die Verschiedenheit der bei der Garde-Stamm-Abtheilung (Depot)
befindlichen Waffen, deren Ersatz aus denen in der Festung Graudenz, später
aus anderweitigen kleinen zerstreuten Vorräthen in den Orten Ostpreußens, in
soweit diese vom Feinde zur Zeit noch nicht besetzt waren, möglich gemacht
wurde, - immer noch vergrößert. - Große Aushülfen sowohl an Feuer- als
Seitengewehren wurden der Stamm-Abtheilung, wie auch kurz nach Friedensschluß
in Tilsit während des Juli, dem nun formirten neuen Garde-Bataillon, aus den
auf den Schlachtfeldern bei Eilau und Friedland gesammelten Waffen, wie auch
demnächst aus verschiedenen Feldlazarethen, in welche von Verwundeten und
Kranken aller Armeen Waffen mitgebracht, deren Eigenthümer aber gestorben,
oder auch bei ihrer Genesung unbewaffnet aus denselben entlassen waren. Unter
diesen Ansammlungen befanden sich nun selbstredend nicht allein die
mannigfaltigsten Caliber, sondern auch ebenso verschiedenen Garnituren und
Construktionen, weil der größere Theil davon früher Truppen der französischen
Armee oder Theilen ihrer Verbündeten, andere aber auch der russischen Armee
angehört hatte. Durch Umtausch nach Caliber und anderer Beschaffenheit zu
Gunsten der neuen Garde-Abtheilung wurde ermöglicht, daß bei derselben nach
dem Frieden sehr bald im ganzen Bataillon nur allein Preußische Feuergewehre,
wenn auch von verschiedener Farbe, langen und kurzen Bajonetten, kleinem und
großem Caliber etc. existirten; damit mußte sich das Bataillon und selbst Ende
1808 noch das formirte neue Regiment begnügen, bis Endlich die Feinde Pommern,
die Marken und Schlesien 1809
gänzlich
geräumt hatten, zu welcher Zeit endlich das ganze Regiment gleichmäßige
Schießwaffen, und zwar übereinstimmend mit den beim ursprünglichen Stamm
befundenen, nämlich mit den langen schwachen Bajonetten, schwarz gebeizten
geraden Schäften und kleinem Caliber, erhielt. Es war nichts Seltenes, daß im Jahre 1807 und 1808 beim Antreten der
Compagnien ein Umtausch der Gewehre, um diese im 1. Gliede und auf den Flügeln
beim Exerzieren gleichmäßig zu haben, vorgenommen wurde."
Die Gewehre der preußischen Armee vom Modell 1782 bis zum Modell 1869, Zeichnung von Paul Pietsch.
Nach der Regimentsgeschichte wurde also die neue Garde durchgängig mit dem altpreußischen Gewehr M 1782 ausgerüstet. Bei der Aufstellung der neuen Preußischen Armee im Jahre 1807 waren wie berichtet alle Waffen, derer man Habhaft werden konnte, im Gebrauch. Da war zunächst das Gewehr, welches nun allgemein als "altpreußisches" bezeichnet wurde, aber offiziell als Modell 1782 eingeführt worden war. Dieses war nach den Ereignissen der Vorjahre nur noch in kleinen Resten vorhanden. Daher wurden auch allerlei Modelle der verbündeten Länder wie England, Österreich und Rußland oder gar erbeutete französische Gewehre oder die Waffen der Büttel der Franzosen verwendet. Unter den französischen Gewehren sollen sogar welche gewesen sein, die diese vorher von den Preußen erobert hatten. Neben diesen Modellen war auch das "neupreußische", offiziell Modell 1809 genannte Gewehr nach dessen Einführung im Gebrauch, jedoch noch nicht bei der neuen Garde. Diese Umstände führten dazu, daß oft in einer Kompagnie verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Kalibern im Einsatz waren und daher die Munition des einen Mannes von seinem Nebenmann nicht zu benutzen war. Dies galt für die Garde, wie für alle anderen Regimenter. Unteroffiziere hatten meist garkein Gewehr, sondern nur ein Sponton.
"Den Unterofficieren wurden sogenannte Sponton-Kurzgewehre in Memel verabreicht, in den folgenden Jahren, in welchen die Vorräthe der Gewehre wieder ausreichten, wurden ihnen neben den Spontons Karabiner unter der Benennung »Büchsen«, eine Waffe, der ganz gleich, welche bei der schweren Cavallerie bis 1806 üblich war, gegeben. Diese Carabiner, nach und nach zeitgemäß verbessert und umgeändert, verdrängten die Spontons in der Art, daß diese 1810 - 1813 nur noch von den Flügel- und Fahnen-Unterofficieren beibehalten wurden, um damit bei Paraden und Garnisondienst erscheinen zu können, bei allen übrigen Diensten, besonders Manövern und auf Märschen aber auch jene Büchsen trugen; beim Ausmarsch zu Felde 1813 aber die Spontons sämmtlich auf den Kammern in den Garnisonen zurückgelassen wurden. Unter diesen Unterofficier-Büchsen befanden sich aber welche, die vor und bis 1806 von den Unterofficieren der bis zu dieser Zeit bbestandenen Füsilier-Brigaden in Gebrauch gewesen, ziemlich großes Caliber hatten und in der Hand eines guten Schützen auch eine sehr gute Schießwaffe waren. Sämmtliche Büchsen dieser Art wurden 1809 den Unterofficieren des neu errichteten Garde-Füsilier-Bataillons diesseitigen Regiments in Königsberg in Preußen, die noch übrigen aber an die Tirailleur-Unterofficiere der beiden Grenadier-Bataillone, per Compagnie 3 Stück, verabreicht." (aus der Regimentsgeschichte)
Ab 08.05.1810 kam die erste "Instruktion über das Scheibenschießen" in Anwendung, die erste Schießvorschrift der Preußischen Armee. So begann man also erst ab 1810, die Soldaten im "Schulschießen" auszubilden. Die Grenadiere des Regiments Garde zu Fuß hielten dieses auf Schießständen vor der langen Brücke ab, die Füsiliere auf den Schießständen im Katharinenholz. Aus dem Jahre 1811 hat sich eine Schießliste erhalten. 1817 baute das Regiment dort auch Schießstände für die Grenadier-Bataillone. Der Marsch durch Potsdam nach Bornstedt führte an den "Vogelköpfen" an der Chausseegabel am Ruinenberg vorbei und es war unter den Soldaten ein Aberglaube, daß derjenige, der die Vogelköpfe ansah, vorbeischoß.
Über die Neubewaffnung des Regiments im Jahre 1811 und 1813 schreibt die Regimentsgeschichte: "Da bei der Reorganisation der Armee 1808 und 1809 aber auch die Nothwendigkeit verbesserter Waffen, also auch Erweiterung wie Verbesserung der Waffenfabriken sich herausstellte, so wurde durch bedeutende, vom Staate bewilligte Geldmittel und unter specieller Anordnung des General von Scharnhorst nicht allein die Fabrik in Potsdam vervollkommnet, sondern auch noch eine zweite derartige in Neisse errichtet. Aus diesen Werkstätten konnten die Infanterie-Regimenter während der Jahre 1810 und 1811 nach und nach mit ganz neuen, bedeutend verbesserten sogenannten Neupreußischen Feuergewehren versehen werden. Diese Gewehre unterschieden sich in ihrer Verbesserung hauptsächlich von den alten durch gekrümmte Kolben, zweckmäßigeren Bau im Schloß, besonders aber eine haltbare Garnirung durch drei messingne Verbandringe um Schaft und Lauf, geeignetere Visirung, wie endlich als Stoßwaffe starke, spitze und dreischneidige Bajonette, welche vermittelst Stahlfedernverband um den Lauf sehr fest angebracht waren. - Von diesen neupreußischen Gewehren hatten Se. Majestät der König die Gnade, dem diesseitigen Regiment durch Allerhöchste Ordre vom 14. November 1811 eine ganze Garnitur verabreichen zu lassen, welche während der ersten Tage des December ejusd. a. aus der Potsdamer Fabrik empfangen, dagegen die bisher beim Regiment in Gebrauch gewesenen kurz darauf an das Artillerie-Depot nach Berlin abgeliefert wurden. Bei den Unterofficieren trat zur Zeit ihrer Bewaffnung keine Veränderung ein, vielmehr behielten diese nach wie vor ihre Bajonett-Büchsen, unter Weisung höheren Orts, diese Waffen, soweit eine Vervollkommnung als nothwendig erscheine, aus dem, dem Regiment bewilligten Gewehrgelder-Fonds zu verbessern. Bei der 1813 im Februar und März eintretenden Verstärkung auf den Feldetat und Errichtung des Reserve-Bataillons, erhielt das Regiment die nothwendige Ergänzung an Gewehren aus der Königl. Fabrik zu Neisse von derselben Art neupreußischer, wie das Regiment bereits seit November 1811 besaß und hat damit nicht allein die Feldzüge 1813 - 1814 und 1815 mitgemacht, sondern sie auch noch während des Friedens bis 1818 in Gebrauch behalten."
Nach dem Krieg wurde die Ausrüstung und Bewaffnung bei der Preußischen Armee zunächst unverändert weiter benutzt. Die Truppen wurden lediglich nach und nach der festgelegten Tragezeit der einzelnen Stücke folgend neu ausgestattet. Desweiteren wurden fehlende und verschlissene Stücke ersetzt. Die Regimentsgeschichte schreibt zum Erhalt einer neunen Garnitur neupreußischer Gewehre: "Im Jahre 1818 erhielt das Regiment eine Aushülfe von 600 dergleichen neuer (neupreußischer Gewehre) aus der Potsdamer Fabrik, um aus den älteren eine gleiche Anzahl zu Exercirgewehren auszurangieren."
"Im Juli 1829 verliehen Se. Majestät der König dem ganzen Regiment eine vollständige Garnitur neuer Gewehre und überließ demselben gleichzeitig die gehabte volle Garnitur als 2. unter Benennung »Exercir-Gewehre«, wogegen die als solche seit 11 Jahren in Besitz gehabten 600 dem Artillerie-Depot abgeliefert werden mußten. Es war also das Regiment vom Juli 1829 ab im Besitz zweier vollständiger Garnituren mit Feuerschloß, von denen die neue aber nur beim Schießen nach der Scheibe und am Musterungstage in Gebrauch genommen, die übrige Zeit auf den Kammern aufbewahrt blieb. Die Unterofficiere waren immer noch in Besitz ihrer früheren Bajonett-Büchsen, doch aber waren diese während Verlauf der letzten Jahre zeitgemäß verbessert in der Art, daß selbige ohne Ausnahme als kriegsbrauchbare Waffen erschienen." (aus der Regimentsgeschichte)
Seit 1826 wurden im preußischen Heer Versuche mit der Perkussionszündung angestellt, die sich bis 1835 erstreckten, als das Füsilierbataillon des 1. Garderegiments zu Fuß eine vollständige Garnitur Percussionsgewehre erhielt, "...um während der nächsten Zeit mit denselben viele, dem Ernstgebrauch anzupassende Versuche, besonders bei ungünstiger Witterung anzustellen." (aus der Regimentsgeschichte) Mit einem solchen Percussionsgewehr ließ sich König Friedrich Wilhelm IV. am 03.01.1840 vom Kommandeur des Füsilierbataillons, Major von Hirschfeld, die Griffe der Chargierung beibringen. Das betreffende Gewehr wurde später auf der Montierungskammer des Füsilierbataillons aufbewahrt. 1840 erhielten alle Bataillone die umgearbeiteten Gewehre M1839. Auch die Bajonettbüchsen der Unteroffiziere wurden auf Percussionszündung aptiert.
"Im Jahre 1840 erhielten alle 3 Bataillone eine vollständige neue Garnitur Percussionsgewehre, theilweise am 22. September, den Rest aber am 23. December 1840 aus der Gewehrfabrik in Potsdam. Die seit 1829 gehabte alte vollständige Garnitur Exerciergewehre mit Feuerschloß wurde dem Regiment belassen bis 1840, in welchem Jahre den 23. December aber auch diese bis auf 13 Stück per Bataillon, welche zum Einüben ungeschickter Rekruten im Bajonettiren denselben überlassen blieben. Die besten von den alten Gewehren wurden an die Ganzinvaliden-Compagnie in Potsdam, die übrigen aber an das Artillerie-Depot in Berlin abgeliefert und an deren Stelle eine andere volle Garnitur, vorher mit mit Feuerschloß versehen, nun aber das Schloß auf Percussion umgeändert, als Exercirgewehre und beim Einüben der Chargirung für die Reserve verabreicht. Die Bajonett-Büchsen der Unterofficiere waren inzwischen von 1840 - 1842 auch sämmtlich durch Ankauf theils ganz neuer, die übrigen aber durch Veränderung des Feuerschlosses in Percussion, der Schußwaffe der Mannschaften übereinstimmend, verbessert worden." (aus der Regimentsgeschichte)
In Berlin lagen seit 1839 insgesamt 150 Scharfschützengewehre nach dem Hinterladungsprinzip Dreyses auf der Kammer zur Erprobung, weitere 160 Stück der Infanterievariante des Zündnadelgwehres waren bereits bestellt. Kriegsminister von Rauch hatte die bisherigen Ergebnisse der Versuche mit dem Hinterlader zwar schon am 06.06.1839 in einem sehr positiven Bericht zusammengefaßt, jedoch wollte der alte König und seine Berater - vor allem wegen des hohen Kostenaufwandes für eine komplette Neubewaffnung des Preußischen Heeres - das neue Gewehr nicht mehr einführen. Auch fürchtete man einen zu hohen Munitionsverbrauch durch die schnellere Schußfolge mit dem Zündnadelgewehr. So war zunächst der billigere Umbau der alten Gewehre M 1809 auf Perkussion beschlossen worden. Der neue König Friedrich Wilhelm IV. jedoch erließ bald nach seinem Regierungsantritt per A.K.O. vom 04.12.1840 die Weisung zum Bau von 60.000 Zündnadelgwehren nebst 500 Einheitspatronen zu jedem Gewehr. Nach dieser A:K.O. wurde das Zündnadelgewehr zur Geheimhaltung nur noch als "Leichtes Percussionsgewehr" bezeichnet. Dreyse hatte zu diesem Zeitpunkt noch garkeine Fabrik und mußte diese erst aufbauen. So lief denn die Produktion unter strengster Geheimhaltung am 15.10.1841 in Sömmerda an. Das Resultat des Kompromisses von 1839/40 war die Entscheidung, zunächst die gesamte Infanterie mit dem Perkussionsgewehr auszurüsten und das Zündnadelgwehr bereitzuhalten, um es im gegebenen Augenblick für das Zerstreiute Gefecht an Eliteformationen wie die Jäger und Schützen auszugeben. An eine Anpassung, dem Hinterladungsprinzip entsprechend, der zutiefst der Napoleonischen Zeit verwurzelten Infanterietaktiken, dachte damals noch kein Offizier.
"1848 den 27. Juni erhielt das Regiment eine vollständige Garnitur Zündnadelgewehre für seine Kriegsstärke von 1000 Köpfen per Bataillon, incl. der Unterofficiere, mit der Weisung, die Schießübungen mit denselben, trotzdem, daß diese Uebungen mit den bisherigen älteren Percussionsgewehren im Zeitraum vom April bis Mitte Juni für das laufende Jahr bereits beendigt, sofort zu beginnen und über die erlangten Resultate monatlich höheren Orts zu berichten. Um über den Organismus, Construction, die Ladung und ganze Behandlung etc. dieser neuen Waffe richtigen Unterricht speciell zu erhalten, wurden Seitens des Regiments Officiere und Unterofficiere nach dem Fabrikorte Sömmerda von 2 zu 2 Monaten commandirt. Wie schon oben erwähnt, sind auch sämmtliche Unterofficiere des Regiments mit diesen Gewehren versehen, also endlich das schon längst gewünschte, für das ganze ein einziges Caliber zu erlangen und für immer zu behalten, erreicht.
Jene, bis zum 1. Juli 1848 in Besitz gehabte neue Garnitur gewöhnlicher Percussionsgewehre, mit sämmtlichen Unterofficier-Bajonett-Büchsen würden, nachdem selbige aus dem Gewehrgelder-Fond vollkommen in Stand gesetzt, im November 1848 per Wassertransport nach Magdeburg an das dortige Artillerie-Depot abgeliefert, wogegen die 2. Garnitur Exercirgewehre des Regiments seit Mai 1848 an den Potsdamer Magistrat zur einstweiligen Bewaffnung seiner Bürgerwehr geliehen worden, von welchem selbige, nach aufhören gedachter Wehr 1849, ziemlich stark beschädigt und verrostet, Ende gedachten Jahres dem Regiment zurückgegeben wurde und von diesem bis auf Weiteres wiederum auf den Kammern verwahrt wird.
Es hat also das Regiment, nachdem es 1809 nach und nach zum Besitz einer vollständigen Garnitur alter egaler Gewehre gelangt, diese 1811 durch eine andere neue Garnitur neupreußischer Art, und nachdem diese 18 Jahr in Gebrauch gewesen, und 3 Feldzüge mitgemacht, wiederum 1829 durch eine zweite derselben Art ersetzt. Als vierte Garnitur erhielt es 18401 neue Schußwaffen mit Percussionsschlössern, und endlich in deren Stelle als fünfte am 27. Juni 1848 die Gegenwärtig noch im Gebrauch befindlichen leichten Percussions- oder Zündnadelgewehre." (aus der Regimentsgeschichte)
Die Bewaffnung blieb nun unverändert während der nächsten Jahre, lediglich das verbesserte Modell 1862 wurde mit A.K.O. vom 28.07.1862 eingeführt.
Das gesamte Garde-Korps wurde ab 1869 mit dem nach Beck abgeänderten
Dreyse-Zündnadelgewehr Modell 1862 ausgerüstet. Die Abänderung bestand in einer
besseren Gasabdichtung mittels eines Gummiringes und einem zusätzlichen
Hohlzylinder im Verschluß. Damit sollten die Nachteile gegenüber dem neueren
französischen Chassepot-Gewehr Modell 1866 wenigstens abgemildert werden. Um
eine einheitliche Munitionsausstattung der gesamten Armee zu erreichen, mußten
diese Waffen jedoch bei Kriegsausbruch 1870 wieder abgegeben werden. So zog das
Gardecorps, wie auch der Rest der preußischen Armee und der überwiegende Teil
der anderen Kontingente mit fast 30 Jahre alten Dreyse-Systemen in den Krieg
gegen Frankreich.
Besonders nach dem Krieg 1870/71, bei dem man erstmals auf große Distanz schießen mußte, um wenigstens einigermaßen mit dem überlegenen Chassepot-Gewehr mithalten zu können, war man bei der Armeeführung zu der Erkenntnis gelangt, daß eine gute Schießausbildung für die Truppe unabdingbar war. Es wurden daher, wenn noch nicht vorhanden, jedem Regiment Schießstände gebaut und/oder zugewiesen.
Das über 30 Jahre alte Dreyse-Zündnadelgewehr wurde schon im 2. Halbjahr 1871 allgemein nach Beck aptiert, doch stellte dies nur einen Notbehelf dar.
Die Gewehre der preußischen Armee vom Modell 1871 bis zum Modell 1898, Zeichnung von Paul Pietsch.
Die rasche Einführung des Gewehrs 71 (System Mauser) nach A.K.O. vom 22.06.1873 sorgte dann endlich wieder für den technologischen Gleichstand mit dem "Erbfeind". Nun ging man an die Ausbildung der Soldaten mit dem neuen Gewehr mit seinen neuen Möglichkeiten und der gesteigerten Leistung der Waffe. Das Kaliber war nun 11mm (bisher 15,4mm) und die Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses 430m/s (bisher 300m/s), die Reichweite betrug nun 3000m (bisher 525m). Zum Vergleich: das Chassepot-Gewehr von 1866 hatte ebenfalls ein Kaliber von 11mm und eine Anfangsgeschwindigkeit von 436m/s, die Reichweite betrug ca. 1000m. Doch auch in Frankreich ging die Entwicklung weiter und so wurde mit dem Grasgewehr M/74 erstmals ein Repetiergewehr eingeführt. Dies wiederum führte deutscherseits zu der Einführung des abgeänderten Gewehrs 71/84, bei dem unter dem Schaft ein Magazin mit 8 Patronen war, welche durch einen Federmechanismus nachgeführt wurden. Eine völlige Neukonstruktion war auf die Schnelle nicht machbar, daher behalf man sich wieder mit dieser Notlösung. Eingeführt wurde das Gewehr 71/84 im Dezember 1886, als die ersten Exemplare und Instruktionsschlösser beim Regiment eintrafen. Am 27.01.1887 wurde dann die gesamte Umbewaffnung des Regiments durchgeführt, gleich darauf 1000 Reservisten in zwei Raten auf 14 Tage zur Ausbildung mit dem neuen Gewehr eingezogen. Das Gewehr 71/84 krankte daran, daß bei jedem Schuß der Schwerpunkt wanderte. Häufige Ladehemmungen taten ihr übriges.
So kam dann nach langen Versuchen im Herbst 1889 das Gewehr 88 zur Einführung. Im Januar 1890 wurden zunächst je zwei Gewehre pro Kompagnie ausgegeben. Im März 1890 erhielt das I. Bataillon (Grenadiere), im Herbst die anderen Bataillone die Gewehre für ihre volle Stärke. Im November 1890 wurden wieder Reservisten in großer Zahl eingezogen und mit dem neuen Gewehr vertraut gemacht. Im Februar und März 1891 folgten je ein Landwehr-Bataillon in Stärke von 800 bis 900 Mann. Das neue Gewehr war völlig anders als sein Vorgänger. Es hatte einen unten offenen Magazinkasten, in den ein Ladestreifen zu fünf Patronen eingeschoben wurde. Beim Verschießen viel der Ladestreifen dann unten heraus. Dieser Offene Ladekasten führte jedoch leicht zu Verschmutzungen und damit zu Ladehemmungen. Der Lauf war von einem Holzmantel umgeben. Das Kaliber war auf 7,9mm verringert worden, die Anfangsgeschwindigkeit stieg auf 620m/s, die Reichweite betrug nun 4000m. Die Schießvorschriften wurden im November 1889 neu gedruckt, da sie dem neuen Gewehr angepaßt werden mußten. Die Patronenmenge, die jeder Infanterist bei sich trug, konnte durch das kleinere Kaliber von 100 auf 150 Stück gesteigert werden. Neben diesem positiven Effekt, viel das neue Gewehr dadurch auf, daß erstmals rauchschwaches Pulver eingesetzt wurde, was dazu führte, daß die verräterischen Pulverwolken auf dem Schlachtfeld reduziert wurden. Das wiederum bedingte aber auch, daß der Soldat nun besser zu sehen war und erstmals auch an Tarnung gedacht werden mußte. Dennoch wurden von der Gewehr-Prüfungskommission stetig Versuche zur Verbesserung des Gewehres durchgeführt, welches zur Ausgabe des Gewehrs 88/97 im Herbst 1897 an das Füsilierbataillon zur Erprobung führte. Die anderen Bataillone erhielten das verbesserte Modell ein Jahr später. Es wurde auch ein dünneres Seitengewehr mitgeliefert, dessen Koppelschuh bezeichnenderweise für alle Bataillone in schwarz ausgeliefert wurde (normalerweise hatten die Grenadiere geweißtes Lederzeug), da man sehr bald mit einem anderen Gewehrmodell rechnete.
In der Schieß-Vorschrift vom November 1887 wurde erstmals das "Prämienschießen" eingeführt, welches die Männer zusätzlich zu Höchstleistungen animieren sollte. Gleichzeitig Neben diesem Schulschießen wurde alljährlich auch das "Terrainschießen", welches ab 1877 "Gefechtsschießen" hieß, durchgeführt. Dieses Gefechtsschießen wurde in der Potsdamer Forst durchgeführt. Allerdings suchte das Regiment lange nach einem geeigneten Ort für das "Abteilungsschießen". Zunächst wurde am südlichen Ufer des Griebnitz-Sees, auf den Krähenbergen bei Caputh und bei Saarmund geschossen. 1880 schossen dort drei kriegsstarke Kompagnien. Vom Jahre 1882 an wurde jeweils 14 Tage lang außerhalb geschossen. So fand z. B. 1887 bei Marquard ein großes Regiments-Gefechtsschießen statt. Am 05.08. wurde dabei von 4 kriegsstarken Kompagnien ein Angriffsgefecht, ein Verteidigungsgefecht und eine Verfolgung gegen Ziele mit beweglichen Scheiben durchgeführt.
Am 27.01.1894, dem Geburtstag des Kaisers,
stiftete er per A.K.O. eine neue Schießauszeichnung. Die bisher gebräuchlichen
Borten in Landesfarbe, die über den Aufschlägen getragen wurden, kamen hiermit
in Fortfall. Die neue Auszeichnung für gutes Schießen, kurz "Schützenschnur"
genannt, bestand aus einer schwarz-weiß-rot gemusterten Schnur mir geflochtenem
Medaillon. Je nach Abstufung wurden Eicheln an das untere ende angebracht, die
höheren Stufen zierte ein Metallschild auf dem Medaillon, etc. Die neue
Auszeichnung wurde im ganzen Reich einheitlich eingeführt, nur in Bayern wurde
die Schnur in den Landesfarben gehalten. Diese Schützenschnur war ausschließlich
Mannschaften und Unteroffizieren vorbehalten und hing von der rechten Schulter
bis zum 2. Rockknopf.
Schützenschnüre nach A.K.O. vom 27.01. und 09.02.1894, Zeichnung von Paul Pietsch.
Mit der A.K.O. vom 09.02.1894 wurde ausschließlich für Offiziere des Ersten Garderegiments zu Fuß eine Schießauszeichnung eingeführt. Diese Auszeichnung bestand aus silbernem, flach geflochtenem Achselband und hatte unten eine Silbereichel. Sie war entgegen den anderen Schützenschnüren, die für Mannschaften und Unteroffiziere geschaffen wurden, nur für Offiziere des Regimentes gedacht. Sie wurde am rechten Schulter- und zweiten Waffenrockknopf befestigt und war bei Versetzung weiter zu tragen.
Am 27.01.1895 (dem Geburtstag des Kaisers),
wurde ein neuer Schießpreis, neben der Schützenschnur, eingeführt. Die
Regimentsgeschichte berichtet: "Um den hohen Wert, den der oberste Kriegsherr
auf die Schießausbildung legte, besonderen Nachdruck zu verleihen und zu
Höchstleistungen anzuspornen, bestimmte er in einer A.K.O. vom 27. Januar 1895,
daß die Kompanie, welche in ihrer Gesamtleistung im Schießen innerhalb des
Armeekorps die beste sei, einen Kaiserschießpreis erhalten solle. Der Preis
bestand in der Bronzebüste des Monarchen - bei wiederholten Leistungen auch in
der seiner Vorgänger - und wurde im Offizier-Kasino aufbewahrt. Als äußere
Auszeichnung erhielt die Kompanie das auf dem rechten Arm zu tragende
»Kaiserabzeichen«, das den angehörigen der Kompanie
bis zur Beendigung ihrer Dienstzeit verblieb und in einem Kranz zwei kreuzweise
gelegte Gewehre zeigte, gekrönt von der Kaiserkrone; am unteren Ende die
Jahreszahl. Der Kompaniechef der siegenden Kompanie wurde mit einem Orden
ausgezeichnet. Mit berechtigtem Stolz trug die in jedem Jahr als Sieger aus dem
Kampf hervorgehende Kompanie ihr Abzeichen. Denn es mußte in hartem Kampf
erworben werden. In einem Vergleichsschießen und nach ihren sonstigen
Leistungen, früher
auch den Leistungen im Einzel-Prüfungsschießen, wurde die beste des Regiments
ausgesucht. Innerhalb der _Brigade, Division und des Korps wurde in einem
gefechtsmäßigen schießen, in dem Trefferprozente, Feuerverteilung usw. maßgebend
waren, die beste Kompanie ermittelt, für diejenigen, die in die
letzte Stichwahl kamen, eine starke Nervenprobe vom Kompaniechef bis zum letzten
Mann. Die siegreiche Kompanie des Gardekorps ließ S. Majestät der Kaiser nach
der Herbstparade stets am »Steuerhäuschen« antreten
und sprach ihr, die das Abzeichen schon angelegt hatte, seine Anerkennung aus.
Sie durfte mit der Fahnenkompanie bis zum Schloß einrücken."
Kaiserabzeichen nach A.K.O. vom 27.01.1895, Zeichnung von Paul Pietsch.
Im Herbst 1899 wurde nach langen Versuchen das Gewehr 98 eingeführt, welches nahezu identische Schußleistungen wie das Vorgängermodell aufwies. Die Fehler des Vorgängers wurden jedoch durch die Bauform ohne offenen Kasten vermieden. Es hatte eine Visiereinteilung von 200, 300, 350m usw. Die fünf Patronen wurden an einem Ladestreifen, welcher nach beendeten Laden heraussprang, in die Ladevorrichtung gedrückt. Das Seitengewehr wurde nun zum Aufpflanzen unten aufgeschoben, wogegen es bislang seitlich aufgepflanzt wurde.
In den Jahren 1900 und 1901 errang die 12. Kompagnie des Füsilierbataillons vom Ersten Garderegiment zu Fuß den begehrten Kaiserschießpreis für die besten Schießleistungen innerhalb des Gardekorps. Kompaniechef war damals Hauptmann Graf Finck von Finckenstein.
"Am 18. Januar 1901 bestimmte Se. Majestät der Kaiser, daß auch innerhalb der Regimenter der deutschen Infanterie, deren Chef er war, seiner Leibregimenter, ein Schießen um einen Preis abgehalten werden sollte. Die beste Kompagnie jedes Regiments - es waren mit den nicht preußischen 10 - mußte auf gefechtsmäßige Ziele auf weitere Entfernungen ihre Ausbildung zeigen. Der Kompaniechef und die Offiziere der siegreichen Kompanie durften, solange sie bei ihr standen, das Schützenabzeichen der Armee in einer goldenen Schnur tragen." aus der Regimentsgeschichte.
Im Jahre 1903 errang die 11. Kompagnie unter Hauptmann von Oppel das begehrte Kaiserschießabzeichen und die Büste Se. Majestät als beste Kompagnie des Gardekorps.1905 konnte dieselbe Kompagnie auch noch den Kaiserschießpreis als beste Kompagnie der Regimenter, deren Chef der Kaiser war, erringen. Nach dieser ist es keiner Kompagnie des Ersten Garderegiments zu Fuß mehr gelungen, diese Auszeichnung zu erringen.
Über eine originelle Art und Weise, wie schlechte Schützen "bestraft" und gleichzeitig der Schießstand von alten Kugeln befreit wurde, berichtet Karl Willnitz von der 9. Kompagnie. Bei schlechten Schießleistungen und Schüssen in den Boden mußten die Schützen nämlich die Sandhaufen der Schießstände solange durchwühlen, bis sie ein Kochgeschirr voller Kugeln zusammengetragen hätten. "Das Schlimmste dabei war, daß meist an drei Schießständen zusammengenommen nicht ein halbes Kochgeschirr voll Blei aufzutreiben war. Die meisten meiner Kameraden haben ja Gott sei Dank damals noch die Scheibe getroffen."
Abermals wurde mit A.K.O. vom 27.01.1905 die Schießvorschrift dem neuen Gewehr angepaßt. Erstmals wurden hierin auch der Entfernungsmesser 99 und weitere Hilfsmittel zur besseren Entfernungsmessung berücksichtigt. Die neue Schieß-Vorschrift legte nun mehr Wert auf das Gefechtsschießen. Davor hatte das Schul- und Einzel-Schulschießen einen wesentlich größeren Raum während der Ausbildung eingenommen. Nun wurde dieses nur noch als Vorstufe des eigentlichen Sinns der Ausbildung, des Gefechtsschießens angesehen. Das Einzel-Schulschießen mit den abschließenden Prüfungen fand nun für jeden Jahrgang auf einem vorher ausgelosten Schießstand im Katharinenholz unter persönlicher Aufsicht des Regimentskommandeurs statt. Weiterhin wurde das gefechtsmäßige Einzelschießen zugunsten des Abteilungsschießens eingeschränkt. Das gefechtsmäßige Schießen gliederte sich nun in Vorbereitungsschießen, Schießen in Gruppen, Zügen und größeren Abteilungen. Um 1905 wurde auch die "S-Munition" eingeführt, welche einen als Spitzgeschoß ausgeführt war, Stahlmantel mit Bleikern besaß und eine erheblich bessere Schußleistung bot. Die Anfangsgeschwindigkeit erhöhte sich von 620m/s auf 890m/s. Dadurch mußten die Visiere geändert werden, es kam das "Lange-Visier" zur Einführung. Endgültigen Niederschlag bekamen die erhöhten Leistungen des Gewehres in der Schieß-Vorschrift vom 21.10.1909, welche endlich das Schieß- mit dem Exerzier-Reglement in Einklang brachte und die gefechtsmäßige Ausbildung nach modernsten Gesichtspunkten betonte.
1911 konnte die 6. Kompagnie unter Hauptmann von Rettberg das Kaiserschießabzeichen und die Büste Se. Majestät erlangen als beste Kompagnie des Gardekorps.
II. Schießstände in der Potsdamer Forst
Das Erste Garderegiment zu Fuß besaß zuletzt zwei Schießstände, wovon der eine im Potsdamer Forst lag. Dort befanden sich insgesamt 16 Schießstände an der Wittenberger Chaussee von Potsdam in Richtung Caputh, 15 davon auf der linken Seite der Chaussee, einer auf der rechten. Die Nutzung der Schießstände geschah durch die ganze Garnison. Die 15 Schießstände hatten Längen von 250 bis 600 m. Vier benutzte das Garde-Jäger-Bataillon, drei die Unteroffiziersschule, je zwei dieser Stände wurden durch das Erste Garderegiment zu Fuß, die Gardes du Corps, das 1. Gardeulanen-Regiment und das 3. Gardeulanen-Regiment benutzt. Der Gefechtsschießstand auf der anderen Seite der Chaussee war ca. 1.200m lang und verlief parallel zu dieser. Der Geschoßfang bestand aus einer Mauer mit Erdauswurf. Der Gefechtsschießstand wurde durch die gesamte Garnison genutzt. Mitte der Westgrenze der gesamten Anlage befand sich das massiv gebaute Wachgebäude.
Die gesamte Anlage hat die Zeiten überdauert und wird noch heute in leicht veränderter Form als Schießübungsstätte genutzt.
III. Schießstände im Katharinenholz
Zwischen den Chausseen Bornstedt-Bornim und Eiche-Bornim
lagen die 8 Schießstände. Sechs davon wurden durch das Erste Garderegiment zu Fuß
benutzt, zwei durch das Lehr-Infanteriebataillon. Die Geschoßfänge bestanden aus
Mauern mit Erdaufwurf.
Am 02.09.1872 wurde unweit des Schießstandes im Katharinenholz das Denkmal des Ersten Garderegiments zu Fuß eingeweiht.
Lageplan der Schießstände im Katharinenholz, historische Karte, Bauer/Knitter/Ruppert.
Die Schießstände erfuhren im
Zuge der verbesserten Waffentechnik viele Veränderungen. Die Geschoßfänge und
Traversen wurden verstärkt und erhöht, damit das Hintergelände nicht gefährdet
wurde. Der Gefreite, der die Treffer auf der Scheibe markierte wurde 1899
abgeschafft. Niemand durfte mehr die Anzeigerdeckung während des Schulschießens
verlassen. Die Scheibe wurde nun mit einem Rollwagen zum Anzeigen zurückgezogen.
Diese Veränderungen waren bis 1891 abgeschlossen. Das Gelände und die
Schießstände im Katharinenholz wurden mit einem Drahtzaun umgeben. Neue
Schießstände (Nr. 7 und 8) wurden ebenfalls Anfang der 1890er Jahre eingerichtet
und anschließend durch das Lehr-Infanterie-Bataillon genutzt. Das Erste
Garderegiment zu Fuß verlegte seine Scheibenwerkstatt in das Katharinenholz und
setzte einen Scheibenaufseher ein, der Schießstände, Anpflanzungen, die
Scheibenwirtschaft und das Denkmal beaufsichtigte. 1910 wurde für den
Scheibenaufseher ein kleines Haus im Katharinenholz gebaut. Bis zum
Kriegsausbruch hat Vizefeldwebel Schöning von der 10. Kompagnie lange Jahre
dieses Amt ausgefüllt. Auch die Schießstände in der Potsdamer Forst unterlagen
den Veränderungen im Zuge der gesteigerten Schußweite und Feuergeschwindigkeit
der neuen Waffen.
Soldaten des Ersten Garderegiments zu Fuß auf dem Schießstand im Katharinenholz um 1900, Regimentsgeschichte.
Die Anlage wurde durchgängig bis Anfang der 1950er Jahre von verschiedenen Truppeneinheiten, darunter auch russischen, genutzt. Sie ist bis heute noch in groben Zügen erhalten. Das 1842 errichtete Denkmal wurde jedoch nach dem 2. Weltkrieg von den Kommunisten gesprengt.
